Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

entschuldigt bitte, dass ich länger nichts berichtet habe.

Es ist jetzt an der Zeit zu sagen: DANKE für eure Hilfe.

Wir haben es geschafft. Dank meiner Petition, die ihr alle unterschrieben habt, haben wir gewonnen!!

ROCK DIE STRASSE darf nun endlich wieder in der Spitaler Straße loslegen.

Es wird – im Januar, hieß es – offiziell wieder so sein wie wir es gefordert oder auch zurückgefordert haben; wir warten jetzt noch auf den offiziellen “Anpfiff” oder “Anstoß”.

Die letzte, der sich übers Jahr hinziehenden Verhandlungen, fand wieder in freundlicher Stimmung mit einem durchaus für die Straßenmusik aufgeschlossenen Bezirksamtsleiter statt, mit dem ich immer gern verbale “Schlagabtausche” genießen durfte.

Die Sitzung beinhaltete die 250 fantasievollen Vorschläge, die von diversen Leuten zum Thema, wie man die Straßenmusik regeln könnte, gemacht wurden. Es hätten auch 6000 sein können; der Denkfehler war von Anfang an immer derselbe ermüdende, nämlich, dass, was auch immer als Lösung greifen sollte – Anmelden im Voraus, ein Str.-Musiker-Pass, Vorspielen auf dem Amt und andere lustige Dinge – super Ideen sind, jedoch sinnlos, wenn nicht jemand auf der Straße kontrolliert, ob die Person, die da musiziert, denn einen Pass, sich vorher angemeldet oder brav vorgesungen hat.

Somit fanden Mike und ich es angebracht, einmal wieder auf unsere Idee zu bestehen, die bewährte Regelung wieder aufzugreifen. Eine halbe Stunde Spielzeit, dann 150 m weiter zu gehen, keine Anlage zur Verstärkung und dies dann immer mal vor Ort von Ordnungspersonal zu kontrolliern. Herr Droßmann war ebenfalls der Meinung, dass die meisten, der gemachten Vorschläge, aufwendig oder nicht wünschenswert sind; so lehnt auch er das Vorspielen vehement ab, weil dann der eine z.B. Geigen nicht möge und der nächste – so wie er selbst – das “lange Rohr” (er meinte Didgeridoos) nicht. Das sei total subjektiv. Recht hat er!

Nach einigem Hin- und Her in der Diskussion mit all den Anwesenden (Polizei, Bezirksamtsleitung, Vertreter der Geschäftswelt, City Management, Mike und ich) unterbreitete Herr Droßmann seinen Vorschlag: nämlich, eine neue Stelle zu schaffen, einen Quartierspfleger/in, der sich um folgende Regelung kümmern würde: eine halbe Std. Spielzeit, dann 150 m weitergehen, unverstärkt spielen.

Das kam uns irgendwie bekannt vor… Nur, dass die Ordnungsbeamten nun Quartierspfleger heißen sollen, anstatt Ordnungsbeamte. Herr Droßmann möchte keine “schwarzen Sherrifs”, weil das unsympatisch wirkt. Da mag etwas dran sein, obwohl die Ordnungsbeamten auch nie schwarz und eigentlich sehr sympatisch waren (übrigens die Polizei auch, muss ich an dieser Stelle einmal sagen. Immer nett und heiter mit uns im Gespräch!). Ach, ja: Wenn sich die quartierspflegende Person mit den sich nicht an die Regeln haltenden Musizierenden unterhält, dies aber nicht einsichtig sind, wird dies an die schwarzen Sherrifs weitergeleitet. Oder ans Ordnungsamt…

Mit Hilfe von Mikes selbstgebasteltem Plan der Spitaler- und angrenzenden Straßen und einigem Hin- und Her durch Geschäftsvertretung und City-Management, wo denn wann die Musik wen stören würde, ob nun nachmittags ab 16 Uhr oder doch lieber weiter links, weil da einer wohnte, den das besonders… ach, nee, die sind ja nach da gezogen oder doch nicht… und früher oder außerhalb des Spitaler Tunnels usw. kam es zum Endergebnis. Auch Herr Droßmann rollte irgendwann die Augen und sagte, er habe sich das etwas einfacher vorgestellt.

Nun, es wird eine Broschüre geben, in der alles genau erklärt wird, z.B. dass es in der Woche anders ist als am Wochenende, ab wann dann und wo nicht usw.; denn es soll sich ja wirklich niemand gestört fühlen, das will ja niemand, und es soll ein angenehmes Mit- und Nebeneinander geben.

Dass die Verstärker verschwinden sollen, finden wir zwar gut, aber es handelt sich bei unserem Ärger um die Kollegen, die laut verstärkt singen und spielen und uns dabei “wegfegen”, nicht aber um leicht verstärkte Musik, die z.B.einem Xylophonspieler oder einer Tänzerin den nötigen Hintergrund in angenehmer Lautstärke bietet. Das jedoch wurde abgelehnt nach dem Ganz-oder-gar-nicht-Prinzip. Für die, die diese Unterstützung für ihre Kunst benötigen, tut es mir leid; es scheitert leider daran, dass viele ihre Anlagen sehr laut aufdrehen, wie es uns immer wieder begegnet. Leider sind fast alle, denen wir dies sagen, ziemlich schmerzbefreit, unfreundlich und einsichtslos.

Wir warten jetzt nur noch auf die Nachricht, dass die Stelle besetzt ist und es los gehen kann. Dann wird es ein offizielles Neueröffnungskonzert mit uns geben, zu dem wir Herrn Falko Droßmann einladen werden, das Stück “Whisky in the jar” auf der Tinwhistle mit uns zu spielen – zu den bekannten Straßenmusik-Regeln.

Ja, schöne Sache, dass wir da dann also doch schon nach einem Jahr hin… oder zurück?… naja, also – gekommen sind.

Oh, wie schön ist Panama.

Nochmals vielen Dank an euch,

Eure

Silv von ROCK DIE STRASSE